DIE FABELHAFTEN ABENTEUER DER AIRPORT-CATS

 

Band 4:

D E R   Z A U B E R L E H R L I N G

 

 

 

 

 

Die Story in Kürze:

Mad Dog Mautzi und Feli The Kid erleben spannende Abenteuer mitten in der Prärie. Sean ist der Lehrer der Airport-Cats. Sie lernen alles über das Leben. Im Geschichtsunterricht erfahren sie, wie die erste Eisenbahn im Land der Indianer gebaut wurde und sie erleben, wie Amerika entdeckt wurde. Sie treffen auf Christoph Columbus und stranden auf einer einsamen Insel.

 

Leseprobe:

Während Mautzi so in die Schlucht blickte und auf das Echo wartete, hörte er plötzlich eine Art Klappern und Zischen hinter sich.

   Das Klappern wurde lauter und lauter, es schien immer näher zu kommen.

Dann holte er aus seiner Westentasche einen kleinen Taschenspiegel, und konnte so, ohne sich umzudrehen, sehen, wer oder was hinter ihm war.

Dann sah er etwas Längliches am Boden, das sich wellenartig auf ihn zu bewegte.

   Es war eine riesige Diamant- Klapperschlange! Dann drehte er sich blitzschnell um, fast schneller als sein Schatten, und zielte mit seinem Colt auf die Schlange. Sie wollte gerade zuschnappen, als im letzten Moment der Schuß fiel. Er wollte sie nicht töten, denn schließlich war sie auch ein Lebewesen wie er. Zum Glück war sie nur leicht verletzt, aber immerhin hatte sie ihn nicht gebissen. Dann hörte er ein schrilles Krächzen, das von Oben aus der Luft zu kommen schien, und da sah er dann zwei Aasgeier, die schon ihre Runden drehten.
   Die Schlange erblickte die Geier ebenfalls und machte sich so schnell sie konnte aus dem Staub.

 

*

 

   „Wieso heißt der wilde Westen eigentlich Wilder Westen, Sean?"

   „Gute Frage, Mautzi. Ich möchte Deine Frage so beantworten: Man hat das gesagt, weil die Menschen zu der Zeit eben noch nicht so zivilisiert waren, wie wir heute. Sie lebten sozusagen in der Wildnis. Man nannte diese endlosen Weiten auch Prärie oder die endlose Steppe.

Damals gab es viele Büffel, und ab und zu konnte man auch mal einen Kaktus sehen. Und zwischendrin jede Menge Indianer und Cowboys, die sich ständig gegenseitig verprügelten! So sah es im Wilden Westen aus - zumindest sagt man das. Und im Film wurde das immer so dargestellt!"

   „Und der echte Wilde Westen? War der vielleicht gar nicht wild? Und wie war das genau mit den Cowboys und Indianern?", wollte Feli gerne wissen.

   „Nun, wer vom Wilden Westen spricht, meint damit eine bestimmte Zeit und ein ganz bestimmtes Gebiet in den USA, also in Amerika. Der Mittlere Westen war im 18. und 19. Jahrhundert.

Er reichte vom großen Fluss Mississippi im Osten, bis zu den Rocky Mountains im Westen. Er zog sich wie eine steppenartige Landschaft hin. Für die Siedler, die den Kontinent in Richtung Westen durchquerten, war der Mittlere Westen oft eine richtige Härteprobe. In der sengenden Sonne mussten sie mit ihren Planwagen durch das dürre Gebiet holpern, in der Hoffnung sich nicht zu verfahren und genügend Wasser dabei zu haben. Der mittlere Westen wurde auch das Land des Büffels genannt. Über 32 Millionen Büffel sollen hier zu der Zeit gelebt haben. Die Büffel dienten den Indianern hauptsächlich als Lebensgrund-lage, da sie sie komplett nutzten. Das Fleisch wurde gegessen und die Haut diente als Decke, sie wurde aber auch als Dach benutzt für die Tipis, wie die Indianer ihre zeltartigen Behausungen nannten. Aus den Knochen der Büffel, machten sie Waffen und Werkzeuge."

   „Die armen Büffel. Was ist denn mit ihnen geschehen? Ich habe noch nie Büffel gesehen", meldete sich Piet zu Wort.

   „Als die Eisenbahn in Amerika gebaut wurde, das war so ungefähr 1860, da begannen die Siedler damit, die Büffel zu jagen, damit die Arbeiter Fleisch zu essen bekommen konnten. Auch als die Eisenbahn fertig war, jagten die Siedler die Büffel weiter, da es eine Art Hobby für sie geworden war.

Dann taten sie etwas ganz Schlimmes, sie schossen sogar während der Fahrt in der Eisenbahn auf die Büffel. Nicht dass dadurch die Büffel in Amerika fast ausgerottet wurden, den Indianern wurde auch noch ihre Lebensgrundlage weggenommen."

   „Das ist ja schrecklich, Sean. Die Menschen waren damals aber ganz schön böse!", meinte Emma.

   „Ja, Emma. Da muß ich Dir leider Recht geben. Daher gibt es auch nicht mehr so viele Indianer. Habt ihr gewusst, dass es verschiedene Indianerstämme gibt?", fragte Sean. Feli, die Anführerin der Airport-Cats, meinte nur: „Ich kenne nur Apachen und Sioux-Indianer. Das habe ich im Fernsehen gesehen."

   „Du hast wirklich gut aufgepasst, Feli. Es gibt aber z.B. auch noch die Blackfeet-Indianer, das bedeutet Schwarzfuß-Indianer, oder die Crows, das bedeutet Krähen und die Cheyenne-Indianer. Für die Siedler, sahen die Indianer aber alle gleich aus, und für sie waren die Indianer alle Wilde, da sie sich anders kleideten, sprachen und wohnten. Und daher fürchteten die Siedler sich vor den Indianern und wollten sie daher aus dem Gebiet, in dem die Eisenbahn durchführen sollte, vertreiben. Aber die Indianer wehrten sich dagegen, denn sie lebten dort schon seit Jahrhunderten. Die Indianer griffen die Siedler aber nur selten von selbst aus an. Die Gefahr, in der Prärie stattdessen zu verdursten, war sehr viel höher."

 

*

 

Feli, die schwarze Katze, war als erste eingeschlafen und träumte davon, bei der Entdeckung der „Neuen Welt" dabei zu sein.

Sie träumte, sie wäre eine Schiffskatze, und war mit an Bord der 'Santa Maria', mit der Christoph Columbus auf dem vermeintlichen Weg nach Indien war. Feli hatte ein richtiges Piratenkostüm getragen, wie Captain Jack Sparrow im Film „Fluch der Karibik". Man hätte sie aber auch mit dem gestiefelten Kater verwechseln können.

   Obendrein hatte sie noch ein rotes Tuch um den Hals und einen Gürtel um den Bauch, in dem ein kleiner Säbel steckte. Sie hüpfte so zwischen den Segeln hin und her und sprang von einem Segeltau zum anderen.

Als plötzlich der Seemann, der im obersten Mast in einem Korb stand, der als Aussichtsturm gedacht war, die erlösenden Worte rief: 'Land in Sicht!'

Alle Leute, die an Deck waren, liefen zum Bug, dem vorderen Teil des Schiffes.

   Jeder wollte der erste sein, der die 'Neue Welt' erblickte.

Als sie nur noch wenige Meter vom Strandufer entfernt waren, sprangen drei Matrosen über Bord und schwammen an Land. Sie wollten endlich mal wieder festen Boden unter den Füßen haben. Sie wälzten sich regelrecht am Strand und suhlten sich im Sand.

   Das Schiff stoppte, der Anker wurde ausgeworfen und die Planke ausgefahren. Bei der Planke, handelt es sich um ein großes stabiles Brett, das ausgefahren werden konnte und bis zum Ufer führte. So konnte Christoph Columbus, das vermeintlich unentdeckte Land betreten. Feli, sprang auf seine Schulter und ging mit ihm mit. Dann drehte sich Christoph Columbus zu seinem Schiff um und rief zu seiner Besatzung: 'Ein kleines Fleckchen Land für mich, aber ein großes Stück Erde für die Menschheit!'

Seine Gefährten jubelten ihm vom Schiff aus zu. Plötzlich hörte man merkwürdige Rufe.

   Eine Horde von wilden Indianern tauchte plötzlich aus den Gebüschen auf und schoß mit Pfeilen auf die Eroberer.

   Sie riefen ständig: 'Buhbubuhbubuh!' wobei sie mit ihren Händen auf ihren Mund schlugen. Dann erwachte Feli plötzlich wieder aus dem Alptraum, der so schön begonnen hatte. Sie war fix und fertig und nahm einen großen Schluck von der Katzenmilch. Der Geschichtsunterricht hatte sein Wirkung nicht verfehlt.

 

*

 

Die Banditen von Kitty-City

Piet indessen, träumte von etwas ganz anderem. Er träumte davon, dass alle vier Airport-Cats zusammen durch die Prärie reiten würden, auf den Weg nach Kitty-City. Feli the Kid, war die Anführerin der Banditenkatzen.

Mad Dog Mautzi, der schnellste Schütze vom Mississippi, reitete hinterdrein.

Hinter ihm ritt Tigerlilli, die schöne Bardame aus dem Western-Saloon, die von Emma dargestellt wurde, auf einer weißen Stute. In der rechten Pfote trug sie einen kleinen rosaroten Sonnenschirm mit einem weißen Bommel oben drauf und Rüschen an den Seitenrändern.

   Als letzter folgte noch Sammy-Piet-Joe, der seine Tigerlilli, durch sein berühmtes fünftes As im Ärmel, beim Pokern gewonnen hatte. Der Ritt war langweilig und es war sehr heiss. Die Geier über ihnen krächzten in der Luft und warteten auf ihre Beute.

Mad Dog Mautzi unterbrach die unerträgliche Stille und stellte Sammy-Piet-Joe eine Frage.

   „Hey, Sammy! Sag mal weißt Du was das da oben am Himmel für komische weiße Tiere sind?", dabei zeigte er auf die Geier.

   „Nöö, vielleicht ist das eine Fata Morgana."

   „Aha! So schlau war ich auch schon, aber ich dachte eine Fata Morgana ist immer auf der Erde", meinte Mad Dog, und ritt weiter. Dann fragte Feli the Kid den schnellsten Schützen vom Mississippi, Mad DogMautzi, was das für Tiere waren, die da oben am Himmel flogen.

   Mad DogMautzi meinte dann: „Das könnten vielleicht Büffel sein!". „Meinst du? Ich dachte Büffel sind größer? Naja, hab auch schon lange keine mehr gesehen", meinte Feli the Kid nachdenklich.